Nicht nur die „professionellen“ Autofahrer wie Taxi- und Lieferdienst-Chaoten sind erklärte Feinde der Straßenverkehrsordnung.

Auch wir Otto(motor)-Normal-Autofahrer kümmern uns mit großem Engagement darum, die Verkehrsregeln tunlichst zu missachten. Im Alltag nehmen die meisten Menschen die Omnipräsenz des asozialen Autofahrerverhaltens gar nicht wahr. Das liegt wahrscheinlich an der selektiven Wahrnehmung, die wir uns in der motonormativen Gesellschaft angewöhnt haben (lassen). In der Regel fallen uns die allgegenwärtigen Falschparker und Raser erst auf, wenn wir direkt und persönlich durch sie betroffen sind – weil sie uns den Weg versperren, uns gefährden o.Ä.. Aber das sind in dieser verzerrten Wahrnehmung eigentlich immer nur bedauerliche Einzelfälle.

Einen etwas realistischeren Blick auf die allgegenwärtigen, asozialen Verhaltensweisen im Straßenverkehr vermitteln die Pressemitteilungen, die Polizei, Ordnungsamt & Co ab und zu veröffentlichen. Beispielsweise wenn mal wieder von den Ergebnisse irgendwelcher Kontrollaktionen, bei denen Raser regelmäßig im Minutentakt erwischt werden, berichtet wird.

Diesmal berichtet die Dürener Zeitung über die Vielzahl des asozialen Verhaltens der Autofahrer, aber natürlich ohne dieses Verhalten selbst irgendwie zu thematisieren oder gar zu problematisieren. Ist halt alles ganz normal… Das zeigen die jährlichen Einnahmen, die der Stadt aus den gelegentlichen Verkehrskontrollen entstehen.

Wie das Amt für Recht und Ordnung auf Nachfrage mitteilt, hat die Stadt Düren in den beiden vergangenen Jahren allein an Parkknöllchen jeweils mehr als 1,6 Millionen Euro eingenommen und damit den ohnehin schon nach oben angepassten Haushaltsansatz des Kämmerers in Höhe von 1,5 Millionen Euro sogar noch übertroffen. Damit sind die Einnahmen der Stadt Düren aus Parkverstößen auf das Niveau des Jahres 2022 zurückgekehrt. 

Quelle: Dürener Zeitung, 08.01.2026

Zehntausende Falschparker pro Jahr. Und das sind nur die, die erwischt und damit statistisch erfasst werden. Man muss realistischerweise davon ausgehen, dass die Dunkelziffer astronomisch hoch ist, denn die Asozialparker wissen ganz genau, dass das Ordnungsamt bspw. am Abend und an Wochenenden kaum kontrolliert. Und ohne ausreichend Kontrolldruck haben für unzählige/ungezählte Pkw-Chaoten Verkehrsregeln halt keinerlei Bedeutung.



Groß wundern darf einen natürlich nicht, dass Falschparken ein regelrechter Volkssport ist. Besonders dann nicht, wenn die, die eigentlich dagegen vorgehen müssten, mit schlechtem Beispiel voran gehen bzw. stehen…


Vorbildlich: Der dringende 🚔-Einsatz, der das Falschparken hier rechtfertigte, bestand darin, dringend etwas bei der Bäckerei im StadtCenter einkaufen zu müssen.🍩 Klassische Autofahrer-Mentalität: Ich war doch nur mal kurz…

Was fürsFalschparker gilt, gilt fürs Rasen gleichermaßen. Eine Dunkelziffer, die ebenfalls enorm sein dürfte – kein Kontrolldruck = keine Notwendigkeit, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten.



Auch bei den Geschwindigkeitsverstößen hat die Stadt mehr eingenommen als im Jahr 2023, als zu schnelle Autofahrer mit insgesamt 1,77 Millionen Euro zur Kasse gebeten wurden. Simone Warawko. Leiterin des Amtes für Recht und Ordnung, gibt die städtischen Einnahmen für das Jahr 2024 mit 1,79 Millionen Euro an, im vergangenen Jahr seien es 2,25 Millionen Euro gewesen, wobei die städtischen Blitzer vor allem in Tempo-30-Zonen vor Schulen und Kindergärten zum Einsatz kommen.

Quelle: Dürener Zeitung, 08.01.2026