Offener Brief an den Autor anstelle einer Mail an die Leserbrief-Redaktion

Ich beziehe mich auf das „Angemerkt“ in der SuperSonntag – äh, Zeitung am Sonntag mit dem Titel, der eines schon voraus schickt: Entweder die sagenumwoben weise verkehrsplanerische Weit- und Voraussicht oder die ideologische Wunschdenk-Glaskugel-Leserei eines Lokaljournalisten. Entscheidet selbst! 😉

Quelle des leicht bearbeiteten Screenshots:
E-Paper Zeitung am Sonntag, 2.5.2021

Guten Abend Herr Schiffer,

vielen Dank für Ihre Positionierung pro MIV und gegen die Entwicklung hin zu mehr ÖPNV, Rad- und Fußverkehr. Schön, dass Sie Ihre diesbezügliche private Haltung so deutlich äußern. So lassen sich auch zukünftige Artikel besser einordnen.

Ich schreibe Ihnen als Privatmensch – nicht, dass Sie denken, hier würde sich ProRad, der PARTEI-Vorstand oder gar die rheinisch-evangelische Familienbildung äußern. Manch eine/r kann das leider nicht so gut auseinander halten. 😉 Ich setze die o.g. (außer Familienbildung) jedoch ins CC:, da diese Mail auch für sie wahrscheinlich von Interesse ist. Außerdem versende ich sie sozusagen als „offenen Brief“, da ich sie auf meinem radpendler-Blog veröffentlichen werde.

Das Lesen Ihres Textes hat bei mir einige Fragen erzeugt, die ich gerne mit Ihnen teilen bzw. an Sie richten möchte. Ich beziehe mich direkt auf Ihren Text.

Pöses PBL-Dingens!

„Das Rad boomt. Für die Förderung des Radverkehrsstehen so viele Bundesmittel zur Verfügung wie noch nie“, teilte der Dürener Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel MdB diese Woche mit. Dies erfreut natürlich auch die Dürener „Koalition Zukunft“ und hier in erster Linie die Grünen, die sich den Schutz der Radfahrer schon seit Jahren auf ihre Parteifahnen geschrieben hat.“

Quelle: E-Paper Zeitung am Sonntag, 2.5.2021

Richtig und falsch, da nicht vollständig. Ja, Herr Rachel durfte sich mal wieder in den Produkten des Medienhauses dazu äußern, dass (mal wieder) ein Fördertopf angezapft werden kann. Weshalb sich Herr Rachel plötzlich so für Verkehrsfördermittel interessiert und darüber spricht, kann ich nicht sagen. Ihnen scheint diese Frage auch nicht in den Sinn gekommen zu sein.

Die Grünen freuen sich bestimmt über die neuen Fördertöpfe. Aber freuen sich nicht auch all die anderen Parteien (AfD und FDP vielleicht mal ausgenommen)? Warum erwähnen Sie beispielsweise nicht die Wahlprogramme, die öffentlichen Stellungnahmen bspw. aus dem Forum Politik zum Thema? Oder schlagen mal den journalistisch eleganten, erklärerischen Bogen zu den Gründen für die neuen Fördertöpfe. Weshalb gibt es die eigentlich?

Sie hätten Ihren LeserInnen beispielsweise einen Zusammenhang herstellen können, indem Sie darauf hinweisen, dass unlängst der Nationale Radverkehrsplan 3.0 veröffentlicht wurde, das FaNaG NRW auf den Weg gebracht wird, es einen Vergleich mit der DUH gibt (Sie wissen schon – wegen der vielen Pkw in der Stadt und so…), seit Jahren Beschlüsse zur Umsetzung des parteiübergreifend beschlossenen Klimaschutz-Teilkonzeptes bestehen, gerade das Klimaschutzgesetz vom Bundesverfassungsgericht gekippt wurde, ein lokales und (über)regionales Radvorrangroutennetz entstehen soll – und wie das alles (auch parteipolitisch) miteinander zusammenhängt…

Von all dem erfahren wir Leser leider nichts.
Vermisst habe ich übrigens auch etwas Journalistisches zu den Ergebnissen des ADFC-Fahrradklima-Tests. Herr Wingels hatte alle DürenerInnen zur Teilnahme aufgerufen und von der bisherigen städtischen Fahrradförderung geschwärmt. Die Ergebnisse des Tests kennen Sie ja. Warum waren Ihnen diese nie eine Zeile „Angemerkt“ wert, aber diese Einzelmaßnahme an der Veldener sehr wohl?

Schon wieder keinRadfahrer weit und breit
Außer demjenigen, der dieses Foto gemacht hat.

„Nur, ob man wirklich auf Teufel komm heraus Fahrradparkplätze bzw -häuser und vor allem Schutzstreifen im Akkord bauen muss, ist mehr als fraglich. Jetzt soll die sogenannte „Protected Bike Lane“ ausgebaut werden, ein geschützter Fahrradstreifen in beide Fahrtrichtungen der Veldener Straße auf einer Länge von rund1000 Metern zwischen der Kreuzung Fritz-Erler-Straße und dem Ortseingang Birkesdorf.“

Quelle: E-Paper Zeitung am Sonntag, 2.5.2021

Schön, dass Sie diverse Ratsbeschlüsse und Konzepte persönlich in Frage stellen. Unschön, dass Sie sich (bzw. uns Lesenden) leider die falschen Fragen stellen und sich die richtigen augenscheinlich noch gar nicht selbst gestellt, geschweige denn beantwortet zu haben scheinen. Ich stelle mal ein paar der Fragen, von denen ich spreche:

  • Was ist der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Mehrzweckstreifen?
  • Was halten eigentlich die, die sie nutzen sollen, von den sogenannten „Schutzstreifen“?
  • Gibt es diesbezüglich irgendwelche Kritik? Beispielsweise seitens der Radverkehrsverbände, die ja auch in Düren vertreten sind? Haben Sie diese eventuell vorhandene Kritik in Ihrem Statement berücksichtigt oder soll es sich so anhören, als ob Radfahrende die kontraproduktive Schutz- und Mehrzweckstreifenoffensive der vergangenen Jahre befürworten würden? Und falls Letzteres: Warum?
  • Mit wessen Stimmen wurde der Geschützte Radstreifen auf der Veldener beschlossen? Und warum berichten Sie eigentlich nicht vom Sinneswandel der FDP diesbezüglich?
  • Sie sprechen von „Fahrradparkhäusern“ in der Mehrzahl. Wissen Sie mehr als ich oder ist dies einfach der Rhetorik geschuldet?
  • Im Zusammenhang mit Fahrradstellplätzen: Haben Sie die gleiche Einstellung wie beim innerstädtischen MIV, sprich: Der Ist-Zustand ist der Soll-Zustand?
Schifferscher Idealzustand?
Foto: https://radfahrn.wordpress.com

„Seit etwas über einem Jahr wurde auf der Veldener Straße auf einem 400 Meter langem Abschnitt die 2,50 breite „Protected Bike Lane“ getestet. Zwar muss man fairerweise sagen, dass aufgrund des maroden Regenwasserkanals unterhalb derFahrbahn der Streifen seit mehreren Wochen nicht mehr genutzt werden konnte, aber auch vorher sah man hier so viele Fahrradfahrer wie Yetis im Himalayagebirge. Eine Verkehrszählung der Radfahrer wurde niemals durchgeführt, und so kann man sich wirklich fragen, ob dieser Aufwand gerechtfertigt ist.“

Quelle: E-Paper Zeitung am Sonntag, 2.5.2021

Ja, das kann „man“ sich wirklich fragen. Wie so Einiges. Siehe oben/unten. Sie argumentieren mit nicht erfolgten Verkehrszählungen. OK. Kann man machen. Man hätte sich allerdings auch mal fragen können:

  • Woran liegt es eigentlich, dass dort (nach Ihrem repräsentativen Bauchgefühl) genau so viele Radfahrer wie Yetis im Himalaya unterwegs sind? Nämlich keine. Gibt es vielleicht Gründe dafür?
  • Glauben Sie wirklich an Yetis? Oder haben Sie tatsächlich noch nie einen Radfahrer dort gesehen?
  • Wie viele Leute kennen Sie, die die Veldener bewusst umfahren bzw. das PBL-Teststück nicht nutzen, weil es a) keine vernünftige Zubringerstruktur (Radnetz) dahin gibt und b) sich der Sinn zur Nutzung eines kleinen, einseitigen Test-Stücks nicht wirklich erschließt, wenn alles drum herum wenig komfortabel und gefährlich ist? Haben Sie diese Gedanken in Ihre Yeti-Statistik einbezogen?
  • Wie repräsentativ wäre eine Radfahrerzählung eigentlich in Zeiten von Lockdown, Homeoffice und Distanzunterricht gewesen? Also die Zahlen, auf die Sie sich für die zukünftige Verkehrsplanung berufen wollen? Alleine durch meine Familie gehen dort aktuell tagtäglich etliche Fahrten statistisch verloren. (Wenn wir gemeinsam fahren, sparen wir uns den Rur-Umweg, da ich meinen Kindern ein wenig Schutz vor Eng-Überholern geben kann.)
  • Werfen Sie den Radfahrern also vor, eine knapp 400m lange „Teststrecke“ nicht genutzt zu haben, weil es sie (die Radfahrer) gar nicht gibt, oder weil sie es versäumt haben, sich dort zu den Zeiten gezeigt zu haben, an denen Sie bereits Yetis im Himalaya gesehen haben?

Mal ernsthaft: Sie werden bspw. meine Kinder nie dort haben fahren sehen. Egal wie intensiv Sie Ihre Yeti-Statistik betrieben haben. Und das obwohl sie diese sehr praktische, direkte, schnelle und (vielleicht zukünftig einmal sichere und komfortable) Strecke zur Schule/Musikschule in die City, zu Freunden&Hobbies etc. sehr gerne nutzen würden. (Sie besitzen als 11- und 13-Jährige übrigens noch keinen Führerschein, keinen eigenen Pkw und halten nicht viel von Elterntaxi-Fahrerei. Finden die eher peinlich und bescheuert, weil sie sich mehr Gedanken über unsere Umwelt machen, als unsere Generation das augenscheinlich macht. Sie sind nichtsdestotrotz doch auch irgendwie Verkehrsteilnehmer, meine ich. Am liebsten fahren sie mit dem Rad, weil es am unkompliziertesten ist und sie damit extrem flexibel und unabhängig unterwegs sein können.) In der Regel nehmen sie (bei Wind und Wetter (Matsch)) den Umweg über die Rur oder andere Umwege, weil sie nicht mehr auf dem Gehweg fahren dürfen und auf der Veldener andauernd zu schnell gefahren, falsch gehalten und geparkt sowie regelwidrig überholt wird. Das ist übrigens kein statistisch irrelevantes Bauchgefühl, sondern tagtägliche Erfahrung als Rad- und Autofahrer, der diese Strecke als Pendler täglich fährt. X-fach dokumentiert. Hätten Sie das alles „fairerweise“ nicht auch mal in ihre Gedanken einbeziehen können. Das wäre echt empathisch gewesen.

Keine Ahnung, warum auf der Veldener so wenige Radfahrer fahren…
  • Haben Sie sich jemals in Zusammenhang mit städtischen Verkehrsthemen beim Mobilitätsmanagement über den Modal Split informiert? Mal nachgefragt wie der aktuelle Stand ist?
  • Kennen Sie die Zielvorgaben des Modal Split (KSTK) und des städtischen Mobiltätsmanagements, des FaNaG NRW, des NationalenRadverkehrsplans etc.?
  • Haben Sie jemals von „Push&Pull“ gehört und meinen Sie nicht, es bräuchte auch mal Push-Maßnahmen, um die o.g. Ziele erreichen zu können?
  • Oder lehnen Sie die o.g. Ziele, von denen ich dachte sie wären gesellschaftspolitischer Konsens (zumindest demokratisch ausgehandelter „Kompromiss-Konsens“), grundsätzlich ab?
  • Meinen Sie nicht, man müsste bei aktuellen Verkehrsplanungen auch mit Zielen und zukünftig gewünschten Verkehrsformen rechnen und diese in die Planungen mit einbeziehen oder meinen Sie wirklich, eine Verkehrsplanung für die Zukunft sollte auf wenig repräsentativen und validen Verkehrszählungen der (doch von vielen Seiten kritisierten) Gegenwart bestehen?
  • By the way: Wie stehen Sie eigentlich zur „aktuellen“ B399n-Planung? Wenn ich Ihre verkehrspolitische Haltung richtig deute, müssten Sie ja ein glühender Befürworter der alten, ursprünglichen Planung sein und sich dagegen aussprechen die heutigen Gegebenheiten mit einzuplanen, oder?
  • Macht es nicht vielleicht aber auch mal Sinn (wie die Niederländer) zu sagen oder zu denken und zu argumentieren: „Wie da fahren noch nicht so viele Radfahrer, wie wir das gerne hätten? Wie, da müssen Schulkinder und Senioren einen Umweg fahren, damit sie sicher und komfortabel von A nach B kommen? Wie, hier wurde seit Jahrzehnten der MIV bevorzugt, obwohl wir genau das gar nicht mehr wollen? Dann bauen wir doch etwas, damit Radfahrer, Fußgänger und andere „schwächere“ Verkehrsteilnehmer es bald besser haben und die Strecke damit (so zeigen es ja Best-Practice-Beispiele von Städten aller Größen auf der ganzen Welt) zukünftig nutzen, sobald sie da ist.“ Schließlich geht es ja im Verkehr auch gar nicht prioritär darum, irgendeiner Verkehrsform (schon gar nicht dem MIV) besonders große Kapazitäten oder Durchflussgeschwindigkeiten, grüne Wellen o.Ä. zu schaffen. Wie Sie wissen legen sowohl Straßenverkehrsordnung als auch Politik und Gesellschaft hier einen eindeutigen Fokus und betonen die Sicherheit (und gegenseitige Rücksichtnahme) vor allem Anderen. (Neuerdings ist noch die verkehrsministeriell verordnete „Gleichberechtigung“ derVerkehrsarten hinzugekommen.) Was haben Sie gegen diese Priorisierung? Welche Argumente, die o.g. Akteure noch nicht miteinander diskutiert haben, bringen Sie noch ein?
  • Ist Ihnen jemals in den Sinn gekommen, dass nicht die Radfahrenden, sondern die Infrastruktur sowie die jahrzehntelange Priorisierung des MIV eine gewichtige Rolle bei der aktuellen Verkehrsträger-Verteilung (Modal Split) haben könnte?
  • Wäre (wenn schon nicht die niederländische, die ja bspw. im NRVP 3.0 gefordert wird) eine Sichtweise unter dem Blickwinkel „Gleichberechtigung der Verkehrsformen“ nicht sogar angebracht und stünde es einer „Stadt der kurzen Wege“ mit vielen innerstädtischen weiterführenden Schulen, Blinden-, Senioren- und Behinderteneinrichtungen nicht gut zu Gesicht, sich diesbezüglich weiterzuentwickeln anstatt auf dem Status Quo zu beharren und damit sämtliche Konzepte und Beschlüsse bzgl. Verkehreswende zu negieren? Kennen und unterstützen Sie eigentlich die „Vision Zero“? Oder halten Sie diese für „grüne“ oder „linke“ Utopie? (Bzw. Dystopie aus Ihrer Sicht.)
  • Wie viele Menschen in Düren besitzen eigentlich Fahrrad, Führerschein, eigenen Pkw, eine ÖPNV-Dauerkarte…? Weil Ihnen doch saubere statistische Zusammenhänge so viel wert sind, liegen Ihnen diese Zahlen bestimmt ebenfalls vor – genau wie die offizielle Yeti-Statistik.
Kleiner Windstoß von rechts, kleines ungewolltes Ausweichmanöver oder Ausbalancieren im falschen Moment…
Der Autor des „Angemerkt“ hat wahrscheinlich keine Kinder, die auf diesen „Schutzstreifen“ bzw. Mehrzweckstreifen mit dem Fahrrad fahren.
Toll! Da kann man sich als professioneller Journalist ja mal eine fundierte eigene Meinung bilden – und die allen, die sie wissen wollen – oder auch nicht – um die Ohren hauen. Danke für den Qualitäts-Journalismus!

Ich formuliere Ihren Satz mal um:
Eine Zählung der Nicht-Pkw-Nutzer und -Besitzer wurde nie durchgeführt. So kann man sich schon fragen, ob die leidenschaftlichen Kämpfe zum Erhalt der Privilegien für den innerstädtischen MIV angemessen sind.
Denn die angeblichen Staus, „das vorprogrammierte Verkehrschaos“, von dem Sie sprechen, wird ja schließlich von denen erzeugt, die sich entschließen, mit dem Pkw in die Stadt zu fahren. Ich wüsste nicht, dass es eine städtische oder gesellschaftliche Pflicht wäre, dem MIV sehr viel mehr Raum zur Verfügung zu stellen als allen anderen Verkehrsteilnehmenden. Vor allem dann nicht, wenn es doch längst beschlossene Sache ist, dass dieser zugunsten des Umweltverbundes deutlich reduziert werden soll.

„Schließlich bleibt für den motorisierten Verkehr nur noch eineSpur pro Fahrtrichtung übrig. Ein Verkehrschaos ist vorprogrammiert. Gute Verkehrspolitik sieht anders aus.“

Quelle: E-Paper Zeitung am Sonntag, 2.5.2021
  • Ist die Veldener Straße eine vierspurige Straße oder eine überbreite zweispurige Straße? Sie waren nicht beim letzten MUK, oder?
  • Wie breit wird die verbleibende Spur (der bisher einen überbreiten Spur) werden? Wie breit ist eine Autobahnfahrspur im Vergleich dazu?
  • Was sagt die Verkehrswissenschaft und -praxis zu überbreiten Straßen in Kombination mit Schutzstreifen?
  • Wie genau sieht aus Ihrer (persönlichen, journalistischen, verkehrspolitischen?) Sicht „gute Verkehrspolitik“ genau aus? Was sollte dank B56n/B399n in der innerstädtischen Verkehrsplanung passieren?
Warum fahren die ganzen Dürener Radfahrer (gibt´s die überhaupt?) eigentlich nicht in Scharen zur neuen Super-Attraktion „Protected Bike Lane Veldener Straße“ (Testversion, derzeit geschlossen)? Sie könnten dort doch das die Gemüter erhitzende Meisterwerk fetischistisch bestaunen und sich der Öffentlichkeit (und maximal informierten Journalisten) die radikale Maßnahme unterstützend öffentlich präsentieren? Fahrrad-Korsos entlang des 373,27m langen Teststücks inklusive!

Außerdem sind bei mir nach dem Lesen Ihres „Angemerkt“ noch folgende Fragen offen geblieben, weil ich beim Zeitungslesen immer ein wenig die Hoffnung habe, etwas Neues zu erfahren oder Denkanstöße zu erhalten. Oder wenigstens unterhalten und amüsiert zu werden. (Wobei Ihnen Letzteres teilweise gelungen ist.)

  • Sollte man die Maßnahmen an der Veldener zum besseren Verständnis nicht auch in Zusammenhang mit B56n/B399n sowie ISEK Birkesdorf und dem Stadtteilerneuerungsprozess Nord-Düren sehen? Könnte das die LeserInnen interessieren, die sich vielleicht nicht täglich im Ratsinformationssystem und in öffentlichen Ausschusssitzungen tummeln?
  • Und vielleicht auch das sich gerade in Planung befindliche Radvorrangroutenkonzept mit in die Gedankengänge einbeziehen?
  • Kennen Sie eigentlich die Ergebnisse der städtischen Umfrage zum Radvorrangroutenkonzept? Spielt die (und zivilgesellschaftliche Beteiligung grundsätzlich) eine Rolle in dem ganzen Prozess?
  • Hätte man in dem Zusammenhang auch mal auf die Förderquote (90-95%) hinweisen können? Dass die B56n rund die Hälfte mehr gekostet hat als geplant (wir sprechen von Millionen, nicht Hunderttausenden), wurde ausführlich berichtet. Und wenig kritisiert. Aber das ist aus meiner Sicht auch vollkommen OK. Denn schließlich reduziert die B56n die innerstädtische MIV-Belastung ja laut Straßen.NRW um rund die Hälfte, was wiederum als genau die Grundlage für Maßnahmen wie die PBL Veldener vorgesehen ist. Oder habe ich das falsch verstanden? B56n+B399n = ganz viel Platz für Rad/Fuß/ÖPNV in der City. Ist das nicht der Plan?
  • By the way: Warum eigentlich diese fette Fahrrad-Förderung deutschlandweit? Die ganze Aufbruchstimmung, Radentscheide, Bürgerinitiativen, neue Gesetze und schön anzuhörende Sonntagsreden. Das muss doch irgendwelche Gründe haben. (Siehe oben.) Wahrscheinlich weil alle so gegen die Reduzierung des Pkw-Verkehrs zugunsten von Rad/Fuß/ÖPNV sind? So wie Sie ganz persönlich?
  • Meinen Sie nicht auch, diese Zusammenhänge wären für Ihre Leserschaft mindestens so interessant wie eine wenig hintergründige und überhaupt keine weitere Erkenntnis bringende Stimmungmache gegen Radfahrende (die übrigens nicht selten auch (Noch-)Autofahrende sind) insbesondere und die Verkehrswende im Allgemeinen?

Mit fahrradfreundlichen Grüßen…


Nachtrag, 9.5.21

Leider gab es weder in der heutigen Sonntagszeitungsausgabe noch per Email irgendeine Reaktion. Wie sagt Paul Watzlawick so treffend: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“


Nachtrag, 16.5.21

Leider immer noch keine Rückmeldung in irgendeiner Art.